Termine

Konferenz/Tagung

Tagung „Steine rahmen, Tiere taxieren, Dinge inszenieren. Sammlung und Beiwerk“

im Rahmen des BMBF-Projekts „Die Sprache der Objekte: Parerga und Paratexte“

6./ 7. April 2017
Universität Luzern

Dinge und Artefakte werden in Sammlungen, Archiven und Museen durch jeweils eigene Praktiken zu besonderen Objekten der Betrachtung und der Reflexion. Dies geschieht nicht unerheblich (wenngleich nicht ausschliesslich) durch ihre Verknüpfung mit schriftlichen Dokumenten und anderen Formen grafischer Aufzeichnung: So sind Sammlungsobjekte typischerweise durch Etiketten klassifiziert und sortiert, in Katalogen verzeichnet und mit gleichfalls archivierten Schriften zu Herkunft, Identität und Geschichte verbunden. Unweigerlich tritt so das vermeintlich Beigeordnete an die Seite des Objekts oder auch an seine Stelle und gibt Impulse für eine Verschiebung der Aufmerksamkeit und zur Reflexion auf die wechselnden Positionen von Werk und Beiwerk, Text und Beigabe.

Mithilfe verschiedener Präsentationsformen, wie der Isolierung oder der Gruppierung von Gegenständen, ihrem Arrangement vor einem Hintergrund oder der Wahl einer speziellen Beleuchtung, werden zudem auch unscheinbare Gegenstände aus einem grösseren Strom der Dinge zu Objekten der Betrachtung und Reflexion unter je spezifischen Rahmenbedingungen. Bei Überlegungen zu einer Wirk- und Handlungsmacht von unbelebten Objekten, ausgestellten Pflanzen oder inszenierten Tieren kann daher von solchen Beiwerken gegenständlicher Art (Parerga) oder schriftlicher Verfasstheit (Paratexte) nicht abgesehen werden.

Die Arbeitsgespräche der Tagung sollen den epistemischen Fragen und Herausforderungen beim Blick auf solchermassen immer (schrift-)gerahmte Objekte gewidmet sein und die Verfahren objektbezogener Forschung in den Geisteswissenschaften in historischer und systematischer Perspektive entfalten. 

Veröffentlicht am 20.03.2017