Termine

Konferenz/Tagung/Workshop

Tagung „Bildarchive. Wissensordnungen, Arbeitspraktiken, Nutzungspotenziale“

Gruppe der Landesstellen und außeruniversitären Institute in der dgv, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (Dresden) in Kooperation mit dem Sorbischen Institut (Bautzen)

23. - 25. April 2020
Dresden/ggf. Bautzen

Blick in die Sammlung von Glasplattendias in der 2009 eingerichteten Aufstellung im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum. Foto: Georg Schelbert, CC BY SA

Blick in die Sammlung von Glasplattendias in der 2009 eingerichteten Aufstellung im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum. Foto: Georg Schelbert, CC BY SA

Bildarchive sind Portale: Sie können lebensweltliche Praktiken, kulturelle Phänomene und historische Prozesse „sehbar“ machen. Darüber hinaus eröffnen sie Zugänge zu wissenschaftlichen Disziplinen wie der Volkskunde/Kulturanthropologie/Europäischen Ethnologie.
Die volkskundlichen Landesstellen und außeruniversitären Institute verfügen, bedingt durch ihre jeweilige Geschichte, ebenso wie Museen, Archive und Universitätseinrichtungen über umfangreiche Bildsammlungen unterschiedlicher Provenienzen mit heterogenen Erschließungszuständen und Nutzungszusammenhängen. Solche Bildsammlungen zeigen in wissen(schaft)sgeschichtlicher Perspektive Systematiken und Ordnungen auf, die inhaltliche Schwerpunktsetzungen und methodische Herangehensweisen parallel oder quer zu den Entwicklungslinien einer Disziplin verdeutlichen, die sich von der Fokussierung auf sprachliche Quellen gelöst und für visuelle Medien geöffnet hat. „Bilder“ werden in diesem Kontext nicht (mehr) als rein illustratives Medium verstanden, sondern auf ihren Quellen- und Analysewert hin befragt.
Bildarchive sind jedoch keinesfalls als bloße Container zu betrachten. Denn durch ihre Eingliederung in spezifische Sammlungen erfahren visuelle Quellen einerseits eine Dekontextualisierung, da sie aus ihrem vormaligen Gebrauchs- und Materialzusammenhängen herausgelöst werden. Infolge ihrer Erschließung im Archiv werden sie andererseitsdurch Metadaten wieder (re-)kontextualisiert, indem Informationen zu Entstehung, Motiven, Produzenten etc. vermerkt werden. Infolgedessen findet auch eine Modifikation ihres Quellenwertes statt.
Zu den aktuellen Herausforderungen von Bildarchiven zählt ihre digitale Öffnung. Waren sie bisher räumlich fixiert und nur einem informierten und interessierten Publikum zugänglich, ermöglicht ihre Digitalisierung und Präsentation im Internet neue und erweiterte Zugänge. Das erschließt neue Nutzer_innenkreise, trägt jedoch auch zur Selektion bei der Verwendung von visuellen Formaten – entsprechend ihrer Verfügbarkeit – bei.

Die Tagung richtet den Fokus auf Institutionen, die Bildsammlungen betreuen, auf Akteur_innen, die in und mit diesen Archiven und ihren Beständen arbeiten, sowie auf Praktiken, die sich mit Dokumentation, Nutzung und fachspezifischer Analyse verbinden.

Veröffentlicht am 26.11.2019