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Ausstellung „Paul Goesch. Zwischen Avantgarde und Anstalt“

Sammlung Prinzhorn, Universität Heidelberg
Paul Goesch, Ohne Titel [Selbstbildnis], 1923, Inv. Nr. 1090/224, © Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

Paul Goesch, Ohne Titel [Selbstbildnis], 1923, Inv. Nr. 1090/224, © Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

Paul Goesch ist einer der wenigen ausgebildeten Künstler der Sammlung Prinzhorn. Er war ein angesehener expressionistischer Maler und Zeichner seiner Zeit und aktives Mitglied der Avantgarde, der zwanzig Jahre in psychiatrischen Anstalten verbrachte, bis er 1940 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Das Museum, dem 2015 über 340 Werke Goeschs geschenkt wurden, präsentiert von 12. Mai bis 18. September 2016 mehr als 120 Zeichnungen und Aquarelle des Künstlers aus eigenen Beständen, viele davon werden erstmals ausgestellt.
Obgleich er in der Gläsernen Kette ein gleichwertiges Mitglied neben u.a. Bruno Taut, Walter Gropius und Hans Scharoun war, blieb seine Rezeption wegen seiner Psychiatrisierung zögerlich. Und als „Anstaltskünstler“ fanden ihn viele „zu professionell“. Hans Prinzhorn, der bereits um 1920 Werke von Goesch erhielt, äußerte sich in seinem bahnbrechenden Buch „Bildnerei der Geisteskranken“ nicht über den Berliner Künstler – weil er ihm nicht authentisch genug erschien. Heute können wir jenseits der einen wie der anderen Vorurteile einen einzigartigen Künstler neu entdecken. Zeitlich parallel stellt die Berlinische Galerie Goesch in einer Ausstellung neben Bruno Taut und Paul Scheerbart als Visionär der Moderne vor.

Ort
Sammlung Prinzhorn
Klinik für Allgemeine Psychiatrie Universitätsklinikum Heidelberg
Voßstraße 2, 69115 Heidelberg

Dauer
12. Mai–18. September 2016

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 11–17 Uhr

Portal „Wissenschaftliche Sammlungen“

Museum Sammlung Prinzhorn
Veröffentlicht am 10.05.2016