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Ausstellung: „Schleim“. Geheimnisse einer unterschätzten Körperflüssigkeit

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
3D Druck Biofilm des Bakteriums Escherichia coli / Foto: Christoph Weber

3D Druck Biofilm des Bakteriums Escherichia coli / Foto: Christoph Weber

Schleim an sich besteht größtenteils aus Wasser, das in ein molekulares Netzwerk eingebettet ist. Eine Struktur, die diesem biologischen Hydrogel seine Flexibilität und Vielseitigkeit verleiht. Er hat nur scheinbar eine simple Struktur, ist aber extrem wandlungsfähig. Schleim dient als Schutzbarriere im Körperinneren, er ist Gleitmittel oder fungiert als Klebstoff – auch innerhalb unseres Körpers. Schleim kann Krankheiten abwehren und zugleich Leben ermöglichen. Für die Atemwege ist er essenziell, sorgt für die Reinigung der Lunge, fängt Mikroben und Schadstoffe ein und transportiert sie aus dem Körper. Bei Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Mukoviszidose ist dieser Mechanismus gestört. Schleim im Verdauungstrakt dient ebenfalls als Barriere und unterstützt das komplexe Ökosystem des Darmmikrobioms. Versagt dieser oder ein anderer schützender Schleim im Körper, können Entzündungen oder chronische Krankheiten entstehen. 

Die Ausstellung räumt auf mit Vorurteilen und zeigt, dass unsere ambivalente Wahrnehmung von Schleim kulturell geprägt ist – und von der Situation abhängt. Zieht jemand seinen Rotz hoch, finden wir das eklig, beim Sex stören Körperschleime meistens nicht. Schleim ist essentiell für unser (Über)-Leben. In der Ausstellung folgen wir seinen biologischen, historischen und kulturellen Spuren und zeigen auf, wie die Biomedizin Schleim für neuartige Therapien nutzen will.  

Laufzeit
31.10.2025 bis 06.09.2026

Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Di, Do, Fr, So 10–17 Uhr
Mi, Sa 10–19 Uhr

Portal „Wissenschaftliche Sammlungen“

Berliner Medizinhistorisches Museum (BMM) der Charité
Veröffentlicht am 16.01.2026