Ausstellungen
Ausstellung: Sizilien - Insel der Arethusa
Archäologisches Museum der Universität Münster

Rechts: Dekadrachme (Zehn-Drachmen-Stück) mit Bildnis der Arethusa, produziert 400 bis 390 v. Chr. in Syrakus, Stempelschneider: Euainetos; links: Kylix („Arethusa-Schale“), produziert in Capua, kompositorisch und formal an die Münzen aus Syrakus angelehnt. Bild: Archäologisches Museum Münster
„Italien ohne Sicilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist der Schlüssel zu allem", befand schon Johann Wolfgang von Goethe 1787. Besonderen Eindruck machten auf ihn die reichhaltigen Münzsammlungen der dort lebenden Adligen, die mit Stücken von hervorstechender Qualität und Ästhetik aufwarten konnten. Derzeit haben auch die Besucher*innen des Archäologischen Museums der Universität Münster die Gelegenheit, die numismatischen Schätze der Insel zu erforschen. Die Sonderausstellung „Sizilien – Insel der Arethusa“ ist bis zum 27. Februar 2026 im Fürstenberghaus am Domplatz zu sehen.
Arethusa, die Quellnymphe von Syrakus, ist Namensgeberin und roter Faden der Ausstellung. Auf den Münzdarstellungen wird Arethusa meist von Delphinen begleitet, da ihre Süßwasserquelle direkt am Meer lag. Die andere Seite der Arethusa-Münzen zierte eine Quadriga, ein siegreiches Pferdegespann, das für sportlichen Wettkampf und sinnbildlich für die aristokratische Gesellschaft Siziliens stand. So bieten die Münzen, die in Syrakus und anderen sizilischen Städten geprägt wurden, die Gelegenheit, die Besonderheiten der Insel in Natur, Kunst und Religion kennen zu lernen.
Das Archäologische Museum ist prädestiniert dafür, da es durch private Schenkungen unvergleichlich breit im Bereich der sizilischen Münzen aufgestellt ist. Darunter sind viele Tetradrachmen, die bedeutendsten Großmünzen aus Silber, die vom sechsten bis zum dritten Jahrhundert vor Christus geprägt wurden. Ein besonders schönes Exemplar, ein eher seltenes Zehn-Drachmen-Stück, ziert das Plakat und den Katalogumschlag. Diese Münze aus der Sammlung des Archäologischen Museums konnte sogar einem bestimmten Stempelschneider, Euainetos, zugewiesen werden.